DYSphonie (Stimmstörung)
Definition
Stimmstörungen äußern sich im Wesentlichen durch zwei Symptome:
- einerseits durch Störungen des Stimmklangs im Sinne von Heiserkeit,
- andererseits durch die Einschränkung der stimmlichen Leistungsfähigkeit.
Wenn eines dieser Symptome über einen längeren Zeitraum (mehr als 3 Monate) andauert, spricht man von einer Dysphonie.
| Funktionsweise einer gesunden Stimme | |
|---|---|
Die Stimme wird durch die Bewegung der Stimmlippen im Kehlkopf erzeugt. Beim Atmen öffnen sich die Stimmlippen weit, zur Stimmbildung schließen sie sich locker. Die eingeatmete Luft drückt nun für die Stimmerzeugung von unten gegen die vollständig geschlossenen Stimmlippen und versetzt diese in Schwingungen. Dadurch entstehen Luftschwingungen, die wir als menschliche Stimme hören. |
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Abbildungsnachweis: |
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^Symptome
| Symptome Hyperfunktioneller Stimmstörung | |
|---|---|
Wenn die für die Bewegungen der Stimmlippen verantwortlichen Muskeln viel zu verkrampft arbeiten, schließen sich die Stimmlippen nicht mehr locker sondern werden gegeneinander gedrückt und die Schwingungen erfolgen ungleichmäßig. Betroffene erreichen mit zu großem Druck eine gewisse Lautstärke. In der Folge kann die Stimme rau und gepresst klingen. Die Stimmlippen röten und verdicken als Vorstufe sogenannter Knötchenbildung. |
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| Symptome Hypofunktioneller Stimmstörung | |
Andererseits können die Muskeln mit zu wenig Kraft arbeiten (z.B. aus einer "Schonhaltung" heraus). Betroffene reden mit zu geringem Druck. Dabei entsteht in der Regel ein ovaler Spalt zwischen den Stimmlippen. Die Stimme klingt eher weich und behaucht. |
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^Ursachen
In der Regel wird zwischen organischen und funktionellen Ursachen unterschieden.
| Organische Ursachen | Funktionelle Ursachen |
|---|---|
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| Stimmlippen | |
| Schwingungsunregelmäßigkeiten / unvollständiger Verschluß | |
| Erhöhter muskulärer Kraftaufwand | |
| Heiserkeit / Leistungseinschränkung | |
| [Eigene Darstellung] | |
^Therapie
Je nach Ursache und Ausprägung der Stimmstörung wird ein individuelles Konzept für den Betroffenen aufgebaut. Die Behandlung erfolgt größtenteils über
- allgemeine Entspannungs- und Haltungsübungen zum Aufbau ausgeglichener Körperspannung,
- Muskulaturübungen (Schulter-, Hals-, und Artikulationsmuskulatur)
- Atmungsübungen
- sowie Stimmübungen, bei denen die Stimmbänder dazu angeregt werden sollen, auf gesunde Art und Weise zu schwingen.
Für den Therapieverlauf ist es aufgrund der vielfältigen Ursachen wichtig, mit Ärzten und Therapeuten aus anderen Fachrichtungen zusammenzuarbeiten. Darüber hinaus ist es wichtig, Angehörige, Kindergarten, Schule und andere Institutionen mit einzubeziehen.
^Literatur
Bücher:
- Grohnfeldt, M. (2001): Lehrbuch der Sprachheilpädagogik und Logopädie, Band 2 – Erscheinungsformen und Störungsbilder
- Siegmüller, J. und Bartels, H. (2006): Leitfaden – Sprache, Sprechen, Stimme, Schlucken
Broschüren
- Hegemann, A. / Ostendorf, U. (1998): Stimmstörungen bei Kindern – eine Informationsbroschüre der Deutsche Gesellschaft für Sprachheilpädagogik (dgs)
- Hegemann, A. / Ostendorf, U. (2002): Stimmstörungen bei Jugendlichen und Erwachsenen – eine Informationsbroschüre der Deutsche Gesellschaft für Sprachheilpädagogik (dgs)


